Influencer Marketing ist tot! Lang lebe Influencer Marketing!

Influencer Marketing ist tot! Lang lebe das Influencer Marketing!

von Robert Puchalla

 

Nun ist es so weit. Im Jahr 2018 wird Influencermarketing für tot erklärt. Zumindest wenn man nach Aussagen einiger Unternehmer geht. Aussagen wie „der hype ist vorbei“, „das ist ja voll auf dem absteigenden Ast“, oder „der Trend zeigt eine Entwicklung nach unten“ bekräftigen viele Unternehmen da draussen in der Meinung, dass dieser Weg der Kommunikation wohl nicht (mehr) benötigt wird. Woher soll man es denn auch besser wissen, wenn man sich selbst nicht damit befasst hat, oder es falsch angegangen ist? Wenn man die Potentiale und Möglichkeiten nicht erkennt? Und wenn diese nicht clever und gezielt eingesetzt werden? Ein Vorschlag: vergessen wir Influencermarketing –  lassen Sie es uns so machen wie immer, denn so haben wir das schon immer gemacht! Deal? Wenn Sie das so sehen, dann hat es mich gefreut, Ihre Bekanntschaft zu machen. Sie müssen nicht weiter lesen… Nutzen wir unsere Zeit sinnvoll für das, was wir schon immer so gemacht haben.

Für alle anderen – willkommen an Board!

Lassen Sie uns ernsthaft mit diesem Thema befassen, und vielleicht verstehen Sie, wie Influencermarketing funktioniert und wie Sie es sinnvoll für Ihre Marke einsetzen können.

Ich persönlich bin der absoluten ÜBerzeugung, dass der Hype um diese Thema endlich vorbei ist – was ich auch sehr begrüße. Sehen wir es einfach als eine Form der Testphase – ohne die es ja in der digitalen Welt nicht geht. Wir haben viel rumprobiert, hatten Erfolge, sind auch mal auf die Schnauze gefallen, aber das gehört nun mal zu einer Testphase dazu. Nun aber, nachdem ja der Hype, wie wir wissen, vorbei ist, wird es endlich Zeit, uns professionell mit diesem Thema zu befassen. Denn nach wie vor ist diese Form der Kommunikation für viele Marken und ihre Zielgruppen wichtig, wenn nicht sogar essentiell.

Anna und ich beobachten das nun seit Jahren aus beiden Perspektiven – der Unternehmen und der Influencer. Und wir haben alle Testphasen mit einem lachenden und einem weinenden Auge durchlebt. Nun haben wir unsere Erkenntnisse gewonnen und wollen mit dieser Platform beide unterstützen. Es wird also definitiv mehr kommen, das ist nur der Anfang.

Und was gibt es schöneres am Anfang, als sich mit den „negativen“ Testergebnissen zu befassen? Richtig, nichts! 🙂

Gehen wir etwas tiefer in diese Abwehrhaltung der Unternehmen und befassen uns mit den Aussagen, auf die ich meistens treffe, wenn wir darüber mit Ihnen, den Unternehmern, sprechen.

1. Influencermarketing ist nichts für uns!

Mein absoluter Favorit! Das liegt, meiner Erfahrung nach vor allem daran, dass „wir“ nicht verstehen, was Influencermarketing ist und wie es funktioniert. Zu 99%. Mit Sicherheit. Ein Erklärungsversuch: Grundsätzlich ist jeder von uns Influencer, so lange sie oder er ihr oder sein Netzwerk pflegt. Und mit Netzwerk meine ich nicht nur die digitalen sozialen Netzwerke sondern alle! Somit hat diese Person – so fern ihr oder ihm eine gewisse Kompetenz zu einem bestimmten Thema zugesprochen wird – auch Einfluß auf andere bezüglich (Kauf-)Entscheidung, Präferenzen, Empfehlungen, Aktivierung usw. Sind wir uns bis dato einig?

Somit haben wir die zwei Leitplanken definiert, die für ein Unternehmen das Influencermarketing attraktiv macht. Es geht um Personen, die ein für uns interessantes Netzwerk haben und dieses pflegen (idealerweise unsere potentiellen Kunden) und denen eine Kompetenz in einem Bereich (idealerweise in dem wir tätig sind) zugesprochen wird. Sie kennen Empfehlungsmarketing? Sie kennen Markenbotschafter und -fans? Dann wissen Sie eigentlich, wie Influencermarketing in groben Zügen funktioniert und welches Potential dahinter steckt. Erweitern Sie das ganze auf die digitalen Möglichkeiten und Netzwerke und Sie werden verstehen, dass sich für jedes Unternehmen und jede Branche enorme Möglichkeiten für die Zukunft verstecken. Es gibt sogar Branchen und somit Marken, für die Influencer essentiell ist. Denken Sie nur an das eine oder andere Start-Up…

2. Solche Einzelaktionen bringen doch nichts!

Tja, 2 Fehler in einem Satz. Dass Influencermarketing durchaus für Unternehmen etwas bringen kann, haben wir kurz angerissen. Der 2 Fehler ist, es als Einzelaktion zu betrachten. Influencermarketing – runtergebrochen auf Marketingsprech (sorry liebe Influencer!) – ist ein möglicher Kanal zur Kommunikation mit den (potentiellen) Kunden. Somit sollte dieser auch in die gesamte Kommunikations- oder noch besser Marketingstrategie integriert werden. Mit klaren Vorgaben was Ihre Erwartungen angeht, aber auch, wie dieser Kanal genutzt werden kann, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, welches Sie von dem User wollen. Soll er kaufen? Auf die Website gehen? Sich zu einem Newsletter anmelden? Sie weiterempfehlen? Usw. Genau so, wie Sie alle anderen Kanäle idealerweise zu einem ganzheitlichen Markenerlebnis für den User „schnüren“, genau so sollte Influencermarketing nicht als einzelne Aktion gesehen werden, sondern als eine weitere Möglichkeit der Kundenansprache und -bindung, die natürlich in die ganzheitliche Aktivierung von und Kommunikation mit den Usern integriert werden muss.

3. Das ist doch nur was für große Unternehmen, die „Bibi“ buchen können!

{vorlachenweinendersmiley} oder doch {weinendertraurigersmiley} ich kann mich da noch nicht so entscheiden… puh, wo setze ich da an. Das ist so ziemlich die falscheste Aussage, die ich jemals gehört habe, und ich höre diese sehr oft. Werfen Sie noch mal einen Blick auf Punkt 1 und 2. Mit diesen Punkten entwaffnen wir diese Aussage schon mal komplett. Was mich aber antreibt, ist, dass genau solche Aktionen als Influencermarketing angesehen werden. Doch genau darum geht es NICHT! Zumindest für die meisten Unternehmen…

Ok, um die Bekanntheit eines gehypten super young mussichhaben Produktes zu steigern – und hier spreche ich noch nicht mal über den Verkauf! – eventuell! BEI DER RICHTIGEN ZIELGRUPPE! Das Problem ist nur, was passiert, nachdem die Server nicht mehr rauchen, weil sie 2 Millionen Zugriffe innerhalb von 30 Sekunden auf Ihrer Website hatten? Haben Sie mehr Produkte verkauft? Haben Sie Daten gesammelt, mit denen Sie etwas anfangen können? Haben Sie mehr Follower mit denen Sie interagieren können? Ich hoffe es, aber spätestens wenn Sie das als Einzelaktion planen, sind Sie relativ schnell nach dem Hype raus. Darum geht es nicht beim ernsthaften Betreiben vom Influencermarketing. Sie benötigen Influencer die glaubhaft und langfristig mit Ihnen zusammen die Kompetenz Ihrer Marke vermitteln können. Und das kann Bibi schon mal nicht für sie machen. Glaubhaft? Kompetent? In Ihrer Zielgruppe? Wahrscheinlich eher nicht… Aber es gibt diese Menschen, die das richtige Netzwerke haben und dieses auch bewusst pflegen in jeder Branche. Glauben Sie mir… aber dazu gleich mehr.

4. Influencermarketing darf nichts kosten!

Ok, jetzt verfalle ich in panisches, unkontrolliertes Wut-Heul-Lachen. Denn spätestens hier muss ich am gesunden Menschenverstand zweifeln. Ein Wortspiel für Sie: Influencer marketing darf nichts kosten! Na, verstanden? Gratulation!

Mal wieder ernsthaft: Leider gibt es das viel zu oft: „Ich habe als Marke xyz einen Content-Day mit Influencern gemacht – da hatte ich kostenlosen Content bis zum Abwinken“ – oder so. Schon mal drüber nachgedacht, dass es klare Abzocke ist? Was wäre, wenn man das mit Ihrem Unternehmen machen würde? Was passiert, wenn diese Menschen auf die Barrikaden gehen, und es entsprechend in ihrem und Ihrem Netzwerk vertreiben? Sie geben ja Ihre Produkte und Leistungen ja auch nicht umsonst her, oder? Wenn Sie die Auswahl Ihrer Influencer richtig angehen, können diese ein enormer Hebel für Ihr Unternehmen sein – bedenken Sie aber, dass es in beide Richtungen gehen kann – positiv wie negativ. Und wenn wir dann erfolgreich sind, dann soll das nichts kosten? Kompetente, vernetzte, motivierte (fast) Mitarbeiter, was die richtigen Influencer ja sein können, wenn nicht sogar müssen, und Sie zahlen nichts dafür? Sie wissen wovon ich rede…

Natürlich darf so etwas nicht mit „Bibi“ und co. verglichen werden, die horrende Summen von Unternehmen abrechnen und kurz das Produkt in die Kamera halten (hier ein kleiner Tip von mir: auf Facebook den „Perlen des Influencermarketings“ folgen). Wie bereits erwähnt, ist das für mich kein professioneller Umgang mit Influencermarketing und steht meiner Meinung nach in keiner Relation zwischen Input, Output und der Nachhaltigkeit und Langlebigkeit solcher Aktionen für die Marke selbst. Also lassen Sie uns das unter „Testphase“ verbuchen und diese verlassen. Auch wir und Sie können viel aus diesen Beispielen lernen, um zu erkennen, dass man durchaus in diesen potentiellen „Kanal“ auch investieren muss um einen gesunden Output zu bekommen… Sorry, aber shit in, shit out. Oder auf Deutsch „was nix kost, is nix“!

5.  Ja, aber im B2B geht das ja sowieso nicht!

Warum? Weil es diese Menschen mit einer Kompetenz und einem Netzwerk nicht gibt? Ausgerechnet im B2B Bereich sehe ich persönlich das größte Potential für diese Art der Kommunikation. Mit Menschen zu interagieren, die absolute Koryphäen auf Ihrem, ja genau Ihrem, Gebiet sind, und somit die Kompetenz Ihres Unternehmens mit nach außen tragen können. Diese Menschen gibt es in jedem Bereich. Und ich verrate Ihnen noch ein Geheimnis, aber bitte behalten Sie es für sich – wahrscheinlich haben Sie diese Menschen sogar in Ihrem Unternehmen! Sie wissen es nur noch nicht und geben ihnen somit keine Möglichkeit, sich zu entfalten und ihre Kompetenz nach aussen zu tragen. Idealerweise im Namen der Marke… Natürlich sprechen wir hier nicht über Megainfluencer wie Bibi und co. sondern eher über Microinfluencer, die ein kleines Netzwerk haben (oder haben könnten). Dafür aber ein für Sie relevantes und wichtiges! Sehen Sie das Potential dahinter? Enorm, meiner Meinung nach.

Wie Sie sehen, verstehen wir unter Influencermarketing wahrscheinlich etwas anderes, als Sie es gewohnt sind, als Sie es vielleicht gehört haben oder was Sie glauben darüber zu wissen. Wir sehen das aus professioneller Sicht als eine enorme Möglichkeit, die (neuen) Zielgruppen da draußen anzusprechen und diese zu aktivieren, sich mit Ihrer Marke zu befassen. Und somit Ihre Kompetenz und Ihre Werte nach außen hin zu vermitteln, ohne dass Sie selbst drüber sprechen (müssen). Aber genau so muss es „leider“ auch angegangen werden: mit Sinn und Verstand. Mit einer klaren Strategie und Zielen dahinter. Langfristig und gemeinsam.

Und bitte versprechen Sie mir eins – gehen Sie zu keiner „Influencermarketing-Agentur“! Die Recherche, Auswahl der richtigen Influencer und die Kommunikation und Weiterentwicklung mit diesen ist die klare Aufgabe des Unternehmens, und der verantwortlichen Personen.

Unsere Aufgabe ist klar – Sie dabei zu unterstützen, diese Potentiale zu erkennen, richtig einzusetzen und somit einen Mehrwert für alle zu generieren. Influencermarketing also zielführend, erfolgreich und professionell für Ihre Marke zu betreiben. Wenn Sie was anderes vorhaben, sind wir raus. Gehen Sie mit diesem Ansatz, stehen wir Ihnen gerne mit unserem Wissen, unserer Kompetenz und unserer Erfahrung (auch aus der Testphase) zur Verfügung.

 

Mehr von Robert gibt es hier und hier. 

Hier geht es zu Roberts LinkedIn Profil. 

1 Comment

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BloggerBUREAU Consulting | BUREAUStylereply
26. August 2018 at 20:28

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