Claude, erklärt wie für Fünfjährige
Die meisten benutzen KI wie einen Taschenrechner: Frage rein, Antwort raus, Fenster zu. Dabei kann Claude inzwischen etwas, das kein Taschenrechner kann: Es arbeitet für dich weiter, wenn du längst etwas anderes machst. Damit das klappt, musst du vier Dinge auseinanderhalten. Mehr nicht.
Die vier Bausteine
Claude selbst. Dein Mitarbeiter, der lesen, schreiben, rechnen und Werkzeuge bedienen kann. Gib ihm eine klare Aufgabe, nicht zehn.
Die Verbindungen. Claude kann in deinen Kalender, deine E-Mails, dein Google Drive, deine Webseite schauen, wenn du es erlaubst. Das nennt sich Connector. Ohne Verbindung sieht Claude nur, was du ihm in den Chat kopierst. Mit Verbindung arbeitet es dort, wo deine Arbeit wirklich liegt.
Skills. Gespeicherte Anleitungen. Du erklärst einmal, wie dein Newsletter aufgebaut ist, welchen Ton du willst, was nie drinstehen darf. Ab dann macht Claude es jedes Mal so, ohne dass du es wiederholst.
Geplante Aufgaben. Arbeit, die von allein läuft. „Jeden Montag um 8 Uhr: Fass zusammen, was letzte Woche in meinem Google-Profil passiert ist." Du stellst es einmal ein, Claude erledigt es, auch wenn dein Laptop zu ist.
Merksatz: Aufgabe zuerst. Skill danach. Automatisierung zuletzt.
Der Prompt, den du kopieren solltest
Die meisten schreiben: „Recherchier mal Wettbewerber." Das ist kein Auftrag, das ist ein Wunsch. So geht es besser:
„Ich brauche [Ergebnis]. Nutze [Quellen oder Werkzeuge]. Mach nicht [Aktionen]. Gib es mir als [genaues Format]. Frag mich vor [riskanten Aktionen]. Wenn etwas fehlt, sag es mir, statt zu raten."
Konkret für einen Handwerksbetrieb:
„Ich brauche eine Tabelle mit fünf Schreinereien im Umkreis von 30 km um Neunburg. Nutze ihre Webseiten und Google-Profile. Spalten: Name, Leistungen, was sie anders machen, Bewertungsanzahl. Kontaktiere niemanden. Wenn du bei einem Betrieb keine Webseite findest, schreib das in die Tabelle, statt etwas zu erfinden."
Der Unterschied: Claude weiß, was fertig heißt, wo es suchen soll, was tabu ist und was es tun soll, wenn Informationen fehlen.
Der Ablauf, der funktioniert
1. Eine echte Aufgabe geben. Klein genug, dass du das Ergebnis selbst prüfen kannst. Nicht „mach mein Marketing", sondern „schreib drei Instagram-Captions zu diesem Foto".
2. Das Ergebnis korrigieren. Sag genau, was falsch war und was du nächstes Mal willst. „Zu förmlich, wir sagen Du. Und keine Ausrufezeichen." Das ist der Moment, in dem Claude dich kennenlernt.
3. Speichern, dann automatisieren. Läuft die Aufgabe zweimal sauber, machst du daraus einen Skill. Läuft der Skill zuverlässig, machst du daraus eine geplante Aufgabe. Erst dann, nicht vorher. Wer automatisiert, was noch nicht funktioniert, bekommt Fehler in Serie.
Woran man einen schlecht eingerichteten KI-Mitarbeiter erkennt
Der Auftrag lautet „hilf mir mit allem". Es gibt kein definiertes Endergebnis. Kein Format. Keine erlaubten Quellen. Keine Grenzen, was Claude tun darf. Keine Regel, was bei fehlenden Infos passiert.
Stattdessen: ein Job, klare Werkzeuge, klares Ergebnis, klare Grenzen.
Vier Dinge, die du einschalten solltest
Verbindungen zu deinen Tools. Kalender, Mail, Drive, Notion, was du eben nutzt. Jede Verbindung spart dir Kopieren und Einfügen.
Manuelle Freigabe. Claude fragt, bevor es etwas Riskantes tut: Mail senden, Datei löschen, etwas veröffentlichen. Lass das an, bis du Claude vertraust. Und auch danach bei allem, was Geld kostet oder nach außen geht.
Projekte. Ein Projekt pro Thema, mit eigenen Dateien und Anweisungen. So weiß Claude im Projekt „Newsletter", wie dein Newsletter aussieht, ohne dass du es jedes Mal erklärst.
Die Handy-App. Aufgabe am Schreibtisch starten, unterwegs Rückfragen beantworten, Ergebnis abends prüfen.
Wo es unübersichtlich wird
Ein Claude-Projekt, das alles macht, wird schwer zu steuern. Gib jedem Projekt einen klaren Job: eins für Content, eins für Kundenmails, eins für Buchhaltung.
Trau bei Fakten, die sich ändern, nicht dem Gedächtnis. Preise, Öffnungszeiten, aktuelle Zahlen: Lass Claude die Quelle neu öffnen.
Wenn sich deine Webseite oder ein Tool geändert hat, teste die geplante Aufgabe einmal von Hand, bevor sie weiterläuft.
Was du nicht tun solltest
1. Alles in einem Chat. Recherche, Mails, Finanzen, Content in einem Gespräch wird unübersichtlich. Feste Aufgaben bekommen eigene Projekte.
2. Den ersten Versuch automatisieren. Aufgabe ausführen. Korrigieren. Als Skill speichern. Dann planen.
3. Passwörter in den Chat schreiben. Logins, Zwei-Faktor-Codes, Captchas: Das übernimmst du selbst. Claude braucht dafür keine Zugangsdaten im Klartext.
4. Riskante Aktionen ohne Freigabe. Senden, Kaufen, Löschen, Veröffentlichen bleibt hinter deiner Zustimmung. Immer.
5. Vertrauen ohne Prüfen. Claude ist ein sehr guter Mitarbeiter, aber ein neuer. Die ersten zehn Ergebnisse liest du komplett. Danach stichprobenartig. Nie gar nicht.
Der eine Schritt für heute
Nimm eine Aufgabe, die du jede Woche von Hand machst und die unter 15 Minuten dauert. Gib sie Claude mit dem Prompt von oben. Korrigiere das Ergebnis. Das war's. Der Rest kommt von allein, wenn du dranbleibst.
Wenn du die fertigen Prompts und Abläufe dafür willst, findest du sie im Bereich „Mit KI Zeit im Arbeitsalltag sparen" in der SMART SOCIAL ACADEMY.

