So findest du heraus, ob eine SEO-Agentur (oder deine Konkurrenz) selbst sichtbar ist
In meinem Dokument mit den zehn Fragen an Agenturen steht am Ende eine Bonusfrage. Es ist die einzige, die du niemandem stellen musst, weil du sie selbst beantworten kannst.
Wie sichtbar ist die Agentur eigentlich mit ihrer eigenen Webseite?
Wer dir erklärt, wie du bei Google gefunden wirst, sollte selbst gefunden werden. Das klingt banal. Ich habe trotzdem schon Menschen auf Podien über Suchmaschinenoptimierung sprechen hören, deren eigene Seite bei Google praktisch nicht stattfindet.
Die gute Nachricht: Du brauchst dafür kein Fachwissen und kein Budget. Zwei Minuten reichen.
Was Ahrefs ist
Ahrefs ist eines der bekanntesten Werkzeuge für Suchmaschinenoptimierung weltweit. Die Firma sammelt seit Jahren Daten darüber, welche Webseite für welchen Suchbegriff bei Google auftaucht, wie oft dieser Suchbegriff eingegeben wird und wer auf wen verlinkt.
Die Vollversion kostet mehrere hundert Euro im Jahr und lohnt sich für dich vermutlich nicht. Für unsere Frage brauchst du sie auch nicht.
Achtung, zwei verschiedene Zugänge
Hier verlaufen sich die meisten, deshalb sag ich es vorab deutlich.
Die Ahrefs Webmaster Tools sind kostenlos, funktionieren aber nur für Webseiten, die dir gehören. Du meldest dich an, verifizierst deine Seite über die Google Search Console und siehst danach ziemlich detaillierte Daten. Für deine eigene Seite ist das großartig. Für die Prüfung einer Agenturseite ist es nutzlos, weil du fremde Seiten damit nicht verifizieren kannst.
Der freie Website Traffic Checker ist das, was du hier brauchst. Du gibst eine beliebige Domain ein und bekommst eine Schätzung, wie viel Traffic diese Seite über die Google-Suche bekommt. Dazu die stärksten Unterseiten und die Suchbegriffe, über die Menschen dort landen.
Merk dir die Unterscheidung. Sie erspart dir zehn Minuten Frust.
Die Prüfung in vier Schritten
Schritt 1: Domain eingeben. Nimm die Adresse der Agenturseite, ohne Unterseite. Also die reine Domain.
Schritt 2: Auf den geschätzten organischen Traffic schauen. Diese Zahl sagt dir, wie viele Menschen im Monat vermutlich über die Google-Suche auf dieser Seite landen. Nicht über Werbung, nicht über Social Media, nicht über direkte Eingabe der Adresse. Nur über die Suche.
Schritt 3: Die Suchbegriffe ansehen. Das ist der eigentlich spannende Teil. Über welche Begriffe kommen die Leute? Wenn eine Agentur ausschließlich über den eigenen Firmennamen gefunden wird, heißt das: Sie wird gefunden, wenn man sie ohnehin schon kennt. Neue Kunden entstehen so nicht.
Schritt 4: Die stärksten Seiten ansehen. Bringt die Startseite den Traffic oder ein Blogbeitrag von vor sechs Jahren? Auch das erzählt eine Geschichte.
Wie du die Zahlen einordnest
Jetzt kommt der Teil, den viele weglassen, weil er die schöne Klarheit stört.
Diese Zahlen sind Schätzungen. Ahrefs, Semrush und Similarweb sehen nicht in fremde Statistiken hinein. Sie rechnen hoch, aus ihrer Keyword-Datenbank und aus anonymisierten Nutzungsdaten. Echte Zahlen liefern nur die Google Search Console und ein Analyse-Werkzeug auf der eigenen Seite. Behandle das Ergebnis also als Hinweis, nicht als Beweis.
Wenig organischer Traffic ist kein Urteil. Sehr viele gute Dienstleister leben von Empfehlungen, von Netzwerk, von Bestandskunden. Das ist ein völlig tragfähiges Geschäftsmodell und sagt nichts über die Qualität ihrer Arbeit aus. Meine eigene Werkstattseite hat jahrelang kaum organischen Traffic gehabt, weil ich Kunden über Vorträge und Empfehlungen bekommen habe.
Scharf wird die Frage nur bei einer Sache. Nämlich dann, wenn jemand sich ausdrücklich als Experte für Suchmaschinenoptimierung verkauft. Wer Sichtbarkeit verkauft und selbst unsichtbar ist, hat entweder ein Prioritätenproblem oder ein Kompetenzproblem. Beides solltest du wissen, bevor du unterschreibst.
Der Test ganz ohne Werkzeug
Es geht sogar noch einfacher, und für regionale Anbieter ist dieser Test aussagekräftiger als jede Traffic-Schätzung.
Öffne Google und such nach dem, wofür die Agentur bezahlt werden will. Also nach ihrer Leistung plus dem Ort. Zum Beispiel nach Webdesign und deiner Stadt. Oder nach SEO Agentur und deiner Region.
Taucht sie auf? Auf welcher Position? Und wenn nicht: Warum sollte sie dich dann dorthin bringen können?
Ein Hinweis dazu: Google zeigt jedem Menschen leicht unterschiedliche Ergebnisse, abhängig von Standort, Gerät und bisherigem Suchverhalten. Nutz für den Test am besten ein privates Fenster, dann ist das Bild etwas neutraler.
Was du mit dem Ergebnis machst
Nicht sofort absagen. Nachfragen.
Ein souveräner Dienstleister hat auf diese Frage eine Antwort, und oft eine gute. Vielleicht steckt die Energie in Kundenprojekten. Vielleicht kommt der Umsatz aus einem anderen Kanal. Vielleicht wird die eigene Seite gerade neu gebaut.
Was zählt, ist die Reaktion. Wer die Frage ruhig beantwortet, mit Zahlen und ohne Ausweichen, arbeitet vermutlich auch sonst so. Wer beleidigt reagiert oder anfängt, dir zu erklären, dass Traffic doch gar nicht das Entscheidende sei, hat dir ebenfalls geantwortet.
Und wenn du ehrlich sein willst
Prüf am Ende auch deine eigene Seite.
Es ist unangenehm und lehrreich zugleich. Die meisten Menschen entdecken dabei, dass sie ausschließlich über den eigenen Firmennamen gefunden werden. Das ist der Normalfall, kein Grund für schlechte Laune. Es ist der Punkt, an dem Arbeit an der Sichtbarkeit überhaupt erst anfängt.
Genau da setze ich an. Ich baue Webseiten und Inhalte so, dass Menschen dich finden, die deinen Namen noch nie gehört haben. Ohne Versprechen, die niemand halten kann, und in einer Sprache, die du auch verstehst, wenn du kein Marketing studiert hast.
Wenn du wissen willst, wo deine Seite gerade steht, mach meinen Sichtbarkeits-Check. Fünfundzwanzig Punkte, kostenlos, in wenigen Minuten erledigt.

